Wieso ist Bio Landwirtschaft im Weinbau so wichtig?

„Tiefgründig im Geschmack sei dieser Weißwein. Im Duft weise er "herrlich grüne Aromakomponenten, frische Minze, einen Hauch Limone aber auch eine Spur Ananas und gelber Apfel" auf“, so Fachleute. Verdient hat sich dieses Lob die weiße Rebsorte Sauvignac, eine Neuzüchtung zwischen Sauvignon blanc und Riesling. Mein Vater Martin Gomeringer schwärmt: „Ein Hochkaräter!“

Dass der edle Tropfen nun im Glas funkelt, hat auch mit seiner Lebensgeschichte und -leistung zu tun. Mein Vater hat unseren Hof in Immenstaad hoch über dem Bodensee bereits im Jahr 2008 auf ökologischen Landbau umgestellt. Heute erzeugt er auf zehn Hektar biologisch Äpfel, Birnen, Kirschen und seit 2010 auch für Feneberg Tafeltrauben.

Doch bis ich als sein Sohn erstmals Wein an- und ausbauen konnte, war es ein langer Weg. Die Geschichte von Martin und dem Hof begann im Jahre 1990. Der damals 15-jährige Gomeringer verlässt sein Elternhaus auf der Schwäbischen Alb und übernimmt den mütterlichen Hof im Immenstaader Ortsteil Kippenhausen, der 20 Jahre lang verwaist war. Mit Fleiß und eisernem Willen und ab 1997 mit Unterstützung seiner Frau Manuela - meine Mutter - baut der junge Mann, auch gegen zahlreiche Widerstände, den Betrieb wieder auf. Erfolgreich setzen sie auf Obstbau und Tourismus und schaffen ein schmuckes Urlaubsdomizil, das sich 2010 zu den schönsten Ferienhöfen Deutschlands zählen kann. Das Recht, Wein anbauen zu dürfen, muss er sich jedoch mühsam vor Gericht erkämpfen.

„Ich musste meinen Weg finden“, erzählt er heute. Früh habe er die Folgen des Klimawandels erkannt. „Ich stelle um auf Bio“, lautete 2008 sein Entschluss. Und er hat ihn nicht bereut. Heute ist seine Expertise in Sachen ökologischer Wein- und Obstanbau gefragt. Der Mann mit der scheinbar unerschöpflichen Energie, der inzwischen in der Politik aktiv ist, im Gemeinderat von Immenstaad fungiert und der so nebenbei mehrere Musikinstrumente – von Alphorn bis Ziehharmonika – spielt, hat seinen Pioniergeist weitervererbt. „Viele sagen ich würde in seine Fußstapfen treten, aber meiner Meinung nach mach ich mit dem Weinanbau mein eigenes Ding.“  - Felix

Weinbau am Bodensee folgt eigenen Gesetzen. Und: Der Anbau von Bio-Wein erfordert obendrein großes Geschick. „Entscheidend sind die Rebsorten und die Qualität der Böden. Guter Wein entsteht nur, wenn der Boden intakt ist“, sagt mein Vater. Und dafür tun wir einiges. So pflanzen wir zwischen den Rebstöcken Leguminosen, um den Humusgehalt zu erhöhen.

„Dadurch kann der Boden mehr Wasser speichern und die Rebe kommt inTrockenzeiten besser klar.“

Ebenfalls entscheidend ist die Rebsorte. Hier setzen wir verstärkt auf neue Sorten, die sehr widerstandsfähig gegen Pilze sind. Die Folge: ich als Bio-Winzer kann den Pflanzenschutz nachhaltig mit Gesteinsmehlen sichern. Das Wechselspiel aus Boden und Rebe sorgt bei uns auf dem Weingut für den Erfolg.

Ein großer und treuer Bundesgenosse darf nicht vergessen werden: der Bodensee. Er verhilft den Weinen an seinen Gestaden zu ganz besonderer Qualität, fungiert er doch als riesiger Wärmespeicher, der Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht, Sommer und Winter ausgleicht. Und seine Wasseroberfläche spiegelt Sonnenenergie zurück auf die Rebberge und lässt auch den neuen FG Wein gedeihen.

Unsere Biowein Empfehlung vom Bodensee:

Der Sauvignac: Die weiße Rebsorte Sauvignac ist eine Neuzüchtung aus Sauvignon blanc und Riesling. Das Bouquet des Weißweins duftet nach herrlich grünen Aromen, wie frischer Minze und spritziger Limone, aber auch nach reifer Ananas und gelber Apfel. Der Wein schmeckt wunderbar leicht und doch tiefgründig!